Vor dem Studium

Bevor Du irgendetwas studierst und später Dein Studienfach abbrichst, um etwas anderes zu machen, nimm Dir viel Zeit für diese wichtige Entscheidung! Einiges mag sich zwar banal anhören, aber ich zähle hier Sachen auf, die ich sehr oft erlebe.

Es gibt wirklich viele gute Alternativen, um sich Zeit zum Nachdenken zu verschaffen, z.B. die Dienstzeit.

Dienste

  1. Bundesfreiwilligendienst (Bufdi)
  2. Freiwilliger Wehrdienst (FWD)
  3. Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ)/Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ)

Ich verstehe ehrlich gesagt gar nicht, wie man diese Chancen als Zeitverschwendung ansehen kann! Nicht wenige arbeiten als Freiwillige zum allerersten Mal in ihrem Leben und lernen so das Arbeitsleben kennen: Morgens aufstehen, pünktlich zur Arbeit erscheinen, lernen mit Kollegen auszukommen usw.

Der Dienst wird an nahezu allen Hochschulen positiv mit Bonuspunkten für das Bewerbungsverfahren gewertet. Außerdem kann man Fähigkeiten erlernen, die einem später nützlich sind und auch Nebenjobs verschaffen können: Als Sanitäter, Reservist bei der Bundeswehr, Pflegekraft in einem Heim … Eventuell wird auch von der Hochschule für bestimmte Studiengänge ein Praktikum erwartet, das mit dem Freiwilligen Dienst erfüllt werden kann.

Lernmethoden erlernen

Manchmal werde ich gefragt, wie man sich am besten auf das Studium vorbereiten kann. Was meiner Meinung am wichtigsten ist, ist die Beherrschung effektiver Lernmethoden!

Im Studium geht es deutlich schneller als in der Schule ab: Innerhalb von sehr kurzer Zeit sollte man sich möglichst viele Fakten im Gedächtnis behalten können – am besten langfristig. Die Schulzeit bietet hierfür eine sehr gute Gelegenheit verschiedene Lernmethoden zu testen und zu verfeinern.

EDV beherrschen

Neben dem Lernen spielt auch die EDV eine wichtige Rolle. Ich erlebe sehr sehr oft, dass viele glauben Microsoft Office Word zu kennen und sich deshalb nicht weiter damit beschäftigen. Ich frage mich, was in der Schule den angehenden Studenten beigebracht wird. Gerade bei wissenschaftlichen Arbeiten ist eines der wichtigsten Funktionen in allen Schreibprogrammen die Formatvorlagen. Überschriften verschiedener Ebenen, Zitaten, Hervorhebungen … sollten immer Formatvorlagen zugeordnet sein, damit sich nachträglich alles schnell ändern lässt und auch ein automatisches Inhaltsverzeichnis erstellt wird (ich sehe noch immer Diplomarbeiten/Doktorarbeiten die ein aufwendig von erstelltes Inhaltsverzeichnis haben).

Ein Literaturverwaltungsprogramm (z.B. Zotero) sollte von Anfang an genutzt werden.

Daneben sollte jeder Maschineschreiben können, das man einfach mit einem Online-Tipptrainern erlernen kann, was jedem später sehr viel Zeit spart (auch im Beruf).

Tastaturkürzel (Shortcuts) sollten möglichst für alle häufigen Schritte genutzt werden, z.B. Strg+C, Strg+V, Strg+X, Alt+Tabulatortaste …

Backups dürfen nicht vergessen und regelmäßig durchgeführt werden. Für Abschlussarbeiten empfehle ich Dropbox.

Vorwissen

Gelegentlich werde ich gefragt, ob man vorlernen soll. Gerade Studenten, bei denen die Schulzeit schon länger zurückliegt, sollten im optimalen Fall das Schulwissen auffrischen.

In der Hochschule wird kurz(!) das Schulwissen wiederholt, z.B. wird in Mathe nicht selten sogar beschrieben, dass x + x = 2x ist. Nicht wenige schauen verdutzt in der ihrer ersten Stunde, dass man wieder bei Adam und Eva anfängt. Aber so wird gewährleistet, dass alle das gleiche Vorwissen haben, wenn der eigentliche Inhalt besprochen wird. Innerhalb weniger Stunden ist das Schulwissen von der ersten Klasse bis zum Abitur besprochen und es geht etwas langsamer(!) weiter.

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