Wohnen/Leben

Wohnen

Wie bereits unter Spartipps erwähnt, sind die Kosten für das WG-Zimmer/eigene Wohnung der größte Ausgabeposten. Es lohnt sich durchaus mehr Zeit in die Suche nach einer günstigen Bleibe zu investieren: 20,- € weniger Miete bedeuten für Dich 20,- € mehr – und das jeden Monat!

Wenn Du gerade auf der Suche nach einer günstigen Unterkunft bist, hilft Dir das Internet: WG-Gesucht hat sich etabliert, hier wirst Du normalerweise für WG-Zimmer und Wohnungen auch fündig. Neben diesen beiden Wohnformen (WG-Zimmer und eigene Wohnung) gibt es aber noch das Studentenwohnheim, Burschenschaften und spezielle Angebote, wie bspw. das günstige Wohnen mit Senioren/Behinderten, wo man als Gegenleistung Hilfe und/oder Unterhaltung anbietet.

WG

Die klassische Wohngemeinschaft (WG) ist die typische Wohnform eines Studierenden schlechthin – die meisten entscheiden sich für das Leben in einer Wohngemeinschaft.

Das WG-Leben bietet viele Vorteile: Man ist nicht allein, kann sich jederzeit mit Mitbewohnern austauschen, im Krankheitsfall Besorgungen füreinander erledigen oder man teilt sich Aufgaben im Haushalt usw.

Abgesehen von den sozialen Vorteilen entscheiden sich viele auch aus finanziellen Gründen für eine WG: In erster Linie wären die monatlich geringeren Fixkosten zu nennen (Telefon und Internet, Strom, Gas, Heizung), die durch die Anzahl der WG-Mitbewohner geteilt, deutlich sinken. Auch Neuanschaffungen, wie z.B. Kühlschrank oder Waschmaschine sind so für den Einzelnen ohne höhere finanzielle Belastungen realisierbar. Ebenso wirken sich auch kleinere Posten wie z.B. Putzmittel, Öl, Essig, Handseife … auf Dauer positiv auf den Studentengeldbeutel aus.

Als ich das erste Mal in eine WG, eine 6er-WG(!), zog, hatte ich noch sehr viele Vorurteile und Bedenken: Wird es ruhig? Wie steht es mit der Hygiene (Küche, WC, Bad)? Hat man überhaupt eine Privatsphäre oder kommt jede Minute ein redseliger Mitbewohner und will sich unterhalten? Wird es eine Schlange vor WC und Bad geben? Fast keine dieser Bedenken hat sich bewahrheitet: Die WG war recht ruhig, fast alle ordentlich und weil jeder einen anderen Tagesablauf hatte, gab es auch praktisch nie Probleme mit Bad und WC. Eine Lebenserfahrung, die jeder Student machen sollte!

Um die typischen WG-Knackpunkte des gemeinsamen Lebens gleich anzusprechen: Der laxe Umgang mit Ordnung, Sauberkeit, Rücksicht und Einhaltung von Regeln führen in praktisch allen WGs zu Unmut. Um genau diese Probleme zu vermeiden lautet mein Rat: Erfülle Deine Aufgaben und halte Dich an die Regeln! So einfach ist die Lösung der größten WG-Probleme. Immer gleich das Geschirr spülen und wegräumen. Alles wieder zurück an seinen Platz stellen. Putzplan beachten. Halte den Lärmpegel gering und benutze evtl. bei (lauter) Musik (Funk-)Kopfhörer. Mit diesen wenigen Maßnahmen wirst Du selbst garantiert nie zum Problemmitbewohner und kannst Dich bei WG-Sitzungen entspannt zurücklehnen.

Wenn Du Dich für eine WG entscheidest, dann solltest Du Dir beim Vorstellungstermin auf jeden Fall die potentiellen Mitbewohner ganz genau anschauen. Es gibt einige Bewerber, die nur aufgrund des schönen Zimmers/Wohnung oder aus Zeitdruck unbedingt in die WG möchten und den Mitbewohnern kaum Beachtung schenken – das ist ein großer Fehler, denn die Mitbewohner sind für eine harmonische Atmosphäre und das persönliche Wohlbefinden mitentscheidend: Bist Du eher der ordentliche und ruhige Typ, so solltest Du chaotische Party-WGs meiden. Bist Du chaotisch und sehr gelassen, glaube nicht, dass der Einzug in eine ordentliche und strukturierte WG Dir genau diese Eigenschaften beibringen wird. Hier musst Du unbedingt ehrlich zu Dir selbst und zu Deinen zukünftigen Mitbewohnern sein: Hast Du Bedenken/ein komisches Gefühl, sage es offen und kläre alles, bevor Du einziehst.

Es gibt einige WGs, die ein richtiges Vorstellungsgespräch, ähnlich wie bei einer beruflichen Bewerbung, durchführen: Eigene Stärken/Schwächen aufzählen lassen, die Bewerber unter Stress setzen und Reaktionen beobachten oder mehrere Bewerber gegeneinander argumentieren lassen. Manche WGs lassen auch zu ihrer Unterhaltung die potentiellen Mitbewohner total verrückte und peinliche Aufgaben machen … Wem WGs mit solchen Auswahlmethoden nicht zusprechen, sollte am besten gleich gehen.

Studentenwohnheim

Du kannst mit Deiner Hochschulbewerbung bzw. nach der Zusage Deiner Hochschule auf einen Studienplatz einen Antrag auf einen Studentenwohnheimplatz stellen. Wohnheimplätze sind häufig die kostengünstigste Möglichkeit zu wohnen, aber oft zeitlich begrenzt, meistens auf maximal 4-6 Semester.

In Wohnheimen gibt es i.d.R. ein stetiges Kommen und Gehen von Mitbewohnern. Es ist recht lebhaft, was nicht nur nachteilig sein kann. Man lernt sehr schnell sehr viele Menschen kennen und muss sich eigentlich um nichts kümmern: Internet, Strom, Heizung, Möbel … fast immer ist alles im Preis inbegriffen – finanzielle Überraschungen gibt es keine.

Studentenwohnheime sind unterschiedlich ausgestattet: In manchen hat jedes Zimmer eine eigene Dusche oder zumindest ein Waschbecken, in anderen gibt es Duschen für eine Etage. Genauso große Unterschiede gibt es beim Inventar: Zimmer gibt es von unmöbliert bis möbliert z.T. inklusive Matratze. Einige Wohnheime sind wie Wohnhäuser mit kleineren selbstständigen Wohnungen aufgebaut, in denen man z.B. mit zwei anderen zusammen lebt, in anderen sind Zimmer neben Zimmer.

Familien/Pärchen können sich für Wohnungen des Studentenwerks bewerben. Diese Wohnungen liegen gewöhnlich unter den üblichen Mieten. Nicht selten ist auch eine Kita in der Nähe.

Du kannst Dich auf den Internetseiten der Wohnheimsverwaltung über die jeweiligen Wohnheime informieren und bei der Bewerbung um einen Wohnheimplatz oft Präferenzen setzen, wo Du am liebsten einziehen möchtest. In manchen WG-ähnlichen Wohnheimen bewirbst Du Dich direkt in der WG, benötigst aber eine Berechtigung für einen Wohnheimplatz.

Eigene Wohnung

Die eigene Wohnung stellt die teuerste Wohnform dar. Auch müssen meistens Möbel gekauft werden. Wenn man viel Inventar hat, wird es schwer, flexibel zu bleiben: Wohin mit allem, wenn das Auslandssemester ruft? Zwischenvermieten? Wie geht der andere dann mit all den Sachen um?

Beim Einzug erhältst Du Strom und Gas vom lokalen Lieferanten – ein Wechsel kann Dir durchaus viel Geld sparen. Auch bei Internet und Telefon ist Sparpotential vorhanden.

Einer Freundin von mir wurde ein Gartenhäuschen mit einem Holzofen als Wohnung angeboten: WC und fließend Wasser würden sich im Haus befinden … Vorsicht vor sexueller Belästigung!

Egal, wie schlimm Deine Wohnsituation auch scheinen mag: Lass Dich niemals auf unseriöse Angebote ein!

Wenn Du handwerklich geschickt bist, könntest Du evtl. mit dem Vermieter verhandeln und für eine mehrmonatige Mietfreiheit bzw. dauerhafte geringere Miete Renovierungsarbeiten durchführen. Manchmal lässt sich die Miete senken, wenn Du Hausmeistertätigkeiten oder Reinigungsarbeiten am Haus durchführst.

Weitere Wohnformen

Auch Verbindungen/Burschenschaften (freie, politische, religiöse) bieten Zimmer an, die extrem günstig sind. Um an diese Zimmer zu gelangen, musst Du selbstverständlich der Verbindung beitreten.

Verbindungen haben einen negativen Ruf, weil viele sie mit der rechten Szene gleichsetzen oder die (schlagenden) Mitglieder für verrückt erklären. Nur ein ganz kleiner Prozentsatz aller Verbindungen ist rechtsorientiert und die Mensur (Akademisches Fechten/Duellieren) sollte man im Vergleich zu anderen Hobbys sehen: Das Verletzungsrisiko und -ausmaß ist bei Fußballern, Komasäufern oder Kampfsportlern deutlich höher. Übrigens ist die Mensur nur bei den wenigsten Verbindungen Pflicht und wird meistens auch nur der Tradition halber einmalig durchgeführt.

Aufgrund des hohen Gruppenzusammenhalts und der vielen Kontakte in Wirtschaft und Politik besteht ein dichtes Netzwerk, sodass viele direkt nach ihrem Abschluss einen Arbeitsplatz über Beziehungen finden.

Leben

Wie lebt es sich so als Student? Erst einmal: Ganz bescheiden 😉

Die Hochschule ist nur ein Teil Deines Studiums. In Deiner Freizeit hast Du noch genug zu tun, z.B. Arbeiten, Korrespondenz mit Behörden (BAföG) und selbstverständlich viel Zeit für Nichts (= echte Freizeit!)

Es ist echt schade, dass nicht mehr so viel Zeit für Freizeit bleibt als früher. Wer sich noch mit ganz alten Professoren unterhält, erfährt, dass sie so ca. 15 Stunden pro Woche Vorlesung hatten (es wurde wirklich „vorgelesen“ auch für all die Studenten, die sich keine Bücher leisten konnten) und in der restlichen Zeit haben sich die Studenten mit Politik, Recherchen und anderen Studienfächern beschäftigt. Ja, die Professoren von damals waren sehr breit aufgestellt und haben wirklich sehr gute Forschung betrieben. Heute ist das leider anders, da praktisch alles so speziell wurde, dass man sich wirklich spezialisieren muss.

Ich persönlich vertrete nicht die Meinung, dass man sein Studium in 6 Semestern zum Bachelor durchziehen muss und kann ehrlich gesagt auch nicht verstehen, warum so viele Firmen, so wild nach Absolventen sind, die in 6 Semestern (oder weniger) ihren Bachelor mit 1,0 abgeschlossen haben. Das Studium ist nicht nur zum Lernen von Fachwissen, was für die spätere Fachkompetenz nötig ist. Das Studium soll Dich vor allem auch charakterlich reifen lassen und Du sollst neue Interessen entwickeln und Dir ein breites Wissen (Umgang mit Menschen, Politik, Wirtschaft …) aneignen.

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