Geldanlage

Grundlagen der Geldanlage

Notgroschen

Bevor man überhaupt daran denkt, wie man sein Geld lukrativ anlegen kann, sollte man Geld für unerwartete Ereignisse (Autoreparatur, neuer Kühlschrank usw.) bereit halten. Hierfür reichen zwei Monatsnettogehälter auf dem Girokonto. Zur Sicherheit sollten weitere 1–2 Monatsnettogehälter auf einem Tagesgeldkonto zur Verfügung stehen.

Schulden tilgen

Wer Schulden hat, sollte diese möglichst schnell abzahlen. Wer beispielsweise 5% Zinsen zahlt, kann durch Tilgung 5% sparen – eine sichere Rendite! Hier lohnt es sich beispielsweise nicht in Wertpapiere zu investieren, um vielleicht 5–8% Rendite zu erzielen, wenn man sichere 5% haben kann.

Versicherungen jährlich zahlen

Versicherungen (Kfz-Versicherung, Haftpflichtversicherung, Lebensversicherung usw.) sollten jährlich gezahlt werden, was 3–5% Skonto bringt – eine sichere Rendite.

Wertpapier-Sparverträge

Bei Geldanlagen sollte man misstrauisch gegenüber Beratern sein, denn jeder Bankmitarbeiter wird primär versuchen seine hausinternen Produkte zu verkaufen, mit denen er und sein Arbeitgeber am meisten verdienen.

Von den Verbraucherzentralen gibt es unabhängige Zeitschriften, wie Stiftung Warentest und Finanztest – ich denke mit den dortigen Empfehlungen ist man besser aufgestellt, als bei einem Bankberater.

Finanztest empfiehlt bei Geldanlagen folgendes: Ein Teil sollte sicher angelegt werden (Tagesgeld/Festgeld) und der andere Teil »chancenreich« in Wertpapiere. Wertpapiere sollten viele Jahre/Jahrzehnte gehalten werden, um langfristig Gewinn zu machen, deshalb sollten Ältere nicht zu viel Geld in Wertpapiere investieren. Der Prozent-Anteil für die Wertpapieranlage lässt sich mit folgender Faustformel grob berechnen: 110 – Lebensalter.

Bei Wertpapieren rät Finanztest zu ETFs. ETFs sind »Indexfonds«, der DAX ist z. B. ein Index, aber ein schlechter, da er nur 30 deutsche Firmen beinhaltet. ETFs haben im Vergleich zu Einzelaktien und Fonds den Vorteil, dass sie erstens viel günstiger sind (beim Kauf ca. 0,5% Jahreskosten im Vergleich zu aktiv-gemanagten Fonds mit 5% Kosten)  und zweitens fast immer mehr Gewinn erwirtschaften als aktiv gemanagte Aktienfonds (mit Fondsmanager).

Finanztest empfiehlt bei ETFs eine Kombination aus einem relativ sicheren europäischen Renten-ETF (= Staatsschulden) ohne Krisenländer mit einem Welt-ETF, der die größten Firmen der Welt beinhaltet. Diese Kombination nennt Finanztest das »Pantoffel-Portfolio«.

Ein Welt-ETF gibt das Weltwirtschaftswachstum wieder, weil er über verschiedene Kontinente und Branchen reicht. Folglich reichen zwei ETFs bei relativ guter Sicherheit um zwischen 5,5% und 7,9% Rendite pro Jahr zu erreichen. Zur steuerlichen Vereinfachung sollte der Sitz der Wertpapiergesellschaft in Deutschland sein (aktuell gibt es keinen inländischen MSCI-World-ETF).

Finanztest schlägt in Abhängigkeit des Anleger-Risikobereitschaftes folgende drei Strategien zur Gewichtung der beiden ETFs vor: »Defensiver Anleger«: 75% europäischer Renten-ETF, 25% MSCI-World-ETF. »Ausgewogener Anleger«: 50% europäischer Renten-ETF, 50% MSCI-World-ETF. »Offensiver Anleger«: 25% europäischer Renten-ETF, 75% MSCI-World-ETF

Die Gewichtung und Kombination mit anderen ETFs kann selbstverständlich nach belieben angepasst werden und bildet die Grundlage für ein Portfolio. Aufbauend kann man weitere ETFs hinzufügen. Ich habe bspw. noch einen Dividenden-ETF, der relativ wenig Kursgewinn macht, aber die größten und sichersten Dividende ausschüttenden Unternehmen umfasst.

Vorgehen

Zuerst benötigt man ein Depot, den man bei jeder Bank bekommt. Direktbanken (Online-Banken) berechnen i.d.R. keine jährlichen Depotgebühren. Wenn man ein Depot hat, kann man sich ETFs kaufen und selbstverständlich kann man jederzeit seine Wertpapiere auch wieder verkaufen. Den MSCI-World-ETF gibt es bei verschiedenen Anbietern (ishare, db x-trackers, Lyxor, ComStage usw.). Viele Banken haben spezielle Verträge bei verschiedenen Anbietern, so dass der regelmäßige Kauf (Sparplan) kostenlos ist und keine Gebühren anfallen. Wenn dieser kostenlose MSCI-World-ETF im Vergleich zu anderen MSCI-World-ETFs auch eine gute Rendite zeigt, lohnt sich das kostenlose Angebot. Auf der Seite JustETF kann man einen Vergleich für verschiedene MSCI-World-ETFs durchführen und auch in den Filtern links überprüfen, ob ein (kostenloser) Sparplan bei seiner Bank möglich ist oder wie hoch die Kosten für den Kauf betragen. Gleiches gilt für den europäischen Rentenfonds und den Dividenden-ETF.

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